Spanienfahrt 2014/15

Nach den gelungenen Neujahrs-Fahrten 2012/13 in Italien und 2013/14 in Spanien wollten wir auch dieses Jahr wieder in den Süden aufbrechen und auf den GR92 zurückzukehren, auf dem wir bereits im Vorjahr unterwegs waren.

Am 25.12. abends starteten wir von München in Richtung Madrid, wo wir wegen der Versätung unseres Fluges unseren Shuttle vom Flughafen zum Hostel verpassten. Also mussten wir uns mitten in der Nacht den Weg mit der Metro suchen. Kurz vor Mitternacht kamen wir also in unserem Hostel nahe des Bahnhofs an und verbrachten dort eine kurze kalte Nacht. Madrid kann im Winter überraschenderweise ähnlich kalt werden wie Ulm…

Am nächsten Tag ging es mit dem Zug weiter nach Murcia. Zugfahren ist in Spanien verhältnismäßig günstig und interessanterweise war es am günstigsten für uns 3 Reisende 4 Sitzplätze zu buchen. Im Bordprogramm gab es „Die Schöne und das Biest“.

Nachmittags trafen wir uns mit Gitti und Harry, dem Missionarsehepaar, das wir auch beim letzten Murcia-Trip schon besucht hatten. Gemeinsam besuchten wir einen Aussichtspunkt bei einem Kloster oberhalb der Stadt und den ehemaligen Wohnort der beiden. Im Anschluss genossen wir leckere Tapas in der Bar von Manolo, den wir beim letzten Mal schon kennengelernt hatten.

Tags darauf ging es endlich los an die Küste. Vom 27. bis 30. Dezember wollten wir zwischen Puerto de Mazarrón und Águilas unterwegs sein. Puerto de Mazarrón kannten wir bereits aus dem Vorjahr. Auch damals waren wir hier gestartet. Nur sollte es diesmal nach Westen gehen, während wir im vergangenen Jahr nach Osten gestartet waren.

15 Grad und Sonnenschein waren sehr angenehm um entlang der Strände von Puerto und Bolnuevo zu wandern. In Bolnuevo legten wir mehrere Zwischenstops ein. Zunächst um das obligatorische Eis zu genießen – wir wußten ja nicht, ob wir nochmal welches finden würden – und anschließend um die „verwuschene Stadt“, die der Wind aus den Sandsteinfelsen erodiert hat zu fotografieren.

Nach dem zweiten Zwischenstop änderte sich auch die Landschaft. Es ging nicht weiter an Sandstränden entlang, sondern es folgte ein hügeligerer Abschnitt in dem die Straße zunächst in die Felsen entlang des Meeres geschlagen war. Später verließ der Weg dann die Küste und führte etwas durchs Hinterland. Da es schon Abend geworden war liefen wir trotzdem in jede der nahe gelegenen Buchten, um zu sehen, ob wir dort übernachten könnten. Leider war angesichts der nahen Straße alles bereits von Campern mit Wohnmobilen besetzt. Erst kurz vor dem Ende des hügeligen Abschnittes fanden wir eine Bucht, die für Fahrzeuge nicht zugänglich war und in der wir daher auch allein waren. Dort schlugen wir unser Biwak auf, kochten Abendessen und buken Brot.

Am nächsten Morgen schliefen wir erstmal aus. Keiner dachte sich was dabei, denn unsere Tagesstrecke war schaffbar und wir waren schließlich müde. Für Christian gab es nach dem Aufstehen dann erstmal Frühsport. Er wollte unbedingt gleich das Wasser genießen und stürzte sich in die – im Vergleich zu abends doch recht kühlen – Wellen. Ob es wirklich zum Genuß wurde kann wohl nur er beurteilen, denn er hatte doch auch ganz schön mit der Seeigelpopulation der Bucht zu kämpfen.

Entlang einer Rambla suchten wir uns den Weg zum nächstgelegenen Dorf um Wasser aufzufüllen. Zudem bot sich an der dortigen Tankstelle auch die Gelegenheit das zweite Eis der Tour zu genießen. Auf dem Weg zurück zur Küste kamen wir an unzähligen Gewächshäusern vorbei, in denen hauptsächlich Gemüse angebaut wurde. Leider führte uns der Weg so nicht an die wunderschöne Playa de Percheles, die wir nur aus der Entfernung zu sehen bekamen. So nutzten wir eben den nächsten großen Strand für eine ausgiebige Mittagspause.

Nach der Durchquerung des folgenden Ortes führte der Weg in den einzigen wirklich bergigen Abschnitt der Tour. Nach kurzem Aufstieg ins Hinterland ging es oberhalb der Küste durch die Berge. Der erste Strand, zu dem der Weg wieder abstieg diente uns als Nachtlager, denn niemand hatte mehr Lust von dort am Abend noch wieder aufzusteigen.

Jetzt zeigten sich die Folgen der vergangenen Nacht. Auch diese Winternacht war lang und wir waren wieder früh ins Bett gegangen. Nur war diesmal niemand müde genug um auszuschlafen. Und so wälzte sich mancher morgens schon sehr früh nur noch von einer Seite auf die andere. Nur aufstehen – das wollten die meisten dann auch nicht. Der Schlafsack war doch so angenehm warm.

Als wir uns dann endlich entschlossen hatten uns aus den Schlafsäcken zu schälen begann der anstrengende Aufstieg hinauf zum höchsten Punkt der Tour, wo es leider unangenehm windig war. Von dort konnte man auch schon das nächste Zwischenziel – ein verlassenes Quartier der Guardia Civil – und den Rest der Tagesstrecke überblicken. Alles schaffbar war der Eindruck.

Vorbei am oben erwähnten verlassenen Haus ging es zurück an die Strände, wo es unterwegs verschiedene Höhlen zu betrachten gab, bei denen wir uns teilweise fragten, ob sie menschengemacht waren. Zumindest von Menschen ausgebaut waren sie sicher. Und einige davon leider offensichtlich auch heute noch von Menschen sehr stark frequentiert wie wir aus den zahlreichen Hinterlassenschaften schließen konnten.

Bereits um 14 Uhr hatten wir unser Tagesziel erreicht und so machten wir im Schatten eines alten Wachtturmes erstmal Mittagspause. Bene blieb anschließend bei den Rucksäcken zurück während Christian und Fani sich auf den Weg in den nahen Ort machten um Vorräte aufzufüllen. Die Wartezeit bis zur Öffnung des örtlichen Supermarktes wurde im Cafe am Strand überbrückt.

Die abermals sehr lange Nacht brachte ihre eigenen Überraschungen. Fanis Isomatte beschloss den Dienst zu versagen und die Luft über einen ca. 2 cm langen Schlitz auszuhauchen. Nach verschiedenen Rettungsversuchen brachten schließlich die mitgeführten Zahnpflegekaugummis die Lösung. Als die ganze Packung aufgekaut war, war der Pfropf endlich groß genug um das Loch zu verschließen und die Isomatte wieder aufzupumpen, so daß Schlaf möglich war. Vorausgesetzt man wäre wirklich müde gewesen versteht sich.

Der Morgen erwies sich nach der windigen Nacht als verhältnismäßig kühl, so dass wir die Gelegenheit nutzten nach dem nächsten Beusch im Supermarkt – unter anderem zum Kaugummis auffüllen – erstmal am Strand auf einer bequemen Bank Sonne zu tanken. Zeit hatten wir genug, denn für diesen letzten Tag verblieben uns ca. 2 Stunden Wanderstrecke.

In Aguilas angekommen kundschafteten wir zunächst den Weg zum Bahnhof aus, genossen das dortige Klo und kehrten anschließend zurück an den Strand um dort zu Mittag zu essen. Anschließend ging es mit dem Bus zurück nach Murcia wo wir zum Abschluss der Tour noch lecker Paella essen gingen.

Am nächsten Morgen ging es mit dem Zug wieder zurück nach Madrid wo wir uns mit Benes Familie zum Tapas essen trafen. Obwohl Silvester war gingen wir früh ins Bett, denn am folgenden Morgen holte uns der Flughafenshuttle bereits um halb fünf ab und bevor wir uns versahen saßen wir wieder im Flugzeug zurück in die Heimat.


„Photos taken during our hike along the spanish coast from Puerto de Mazarrón to Aguilas.“

From 150101 Spain. Posted by Stefan Fani Fischer on 1/01/2015 (147 items)

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