Spanien-Fahrt 2015/16

Einmal mehr Spanien hatten wir uns vorgenommen. Die selbe Strecke wie letztes Jahr, diesmal aber nicht nur mit 3 Leitern, sondern auch mit unseren Pfadrangern.

Umgesetzt haben wir nur ersteres. Von den Pfadrangern hat sich leider niemand angemeldet. Doch wir Spanien-Veteranen haben uns dadurch nicht von unseren Plänen abbringen lassen. Allerdings musste natürlich eine andere Strecke her, denn zweimal hintereinander das selbe wollten wir nur so für uns dann doch nicht haben.

Mit dem Fahrrad von Águilas bis Almería war die erste Option, die diskutiert wurde. Aber dafür waren die bereits gebuchten Tourdaten nicht wirklich praktisch. Es musste also etwas anderes her. Und so entschieden wir uns diesmal die Provinz Murcia links liegen zu lassen und direkt nach Andalusien zu reisen.

Das Anreiseprozedere kannten wir schon vom letzten Jahr. Flug nach Madrid, dort eine Nacht im Hostel, dann Zug in den Süden. Nur diesmal eben nach Almería statt nach Murcia. Dort Hotelübernachtung und am nächsten morgen mit dem Bus bis nach Adra.

In Adra sollte unseren Infos zufolge ein markiertes Wegstück des GR 92 auf dem wir uns alljährlich ein paar Tage bewegen enden. Da es sich um einen Küstenwanderweg handelt suchten wir also an der Strandpromenade nach Wegzeichen. Diese blieben wie schon fast erwartet aus und so folgten wir der Promenade und später einfach der Küste. Bei der Überquerung des Rio Adra stießen wir tatsächlich auf ein paar verirrte Wegzeichen, die uns den Weg über die Behelfsbrücke wiesen (einen anderen Übergang hätte es aber sowieso nicht gegeben).

Die Silvesternacht verbrachten wir am Strand gegenüber von Balanegra. Hinter uns das Mar del Plastico (die andalusischen Gewächshäuser), das uns bereits den ganzen Tag begleitet hatte, vor uns das Mittelmeer, rechts und links zwei Wellenbrecher und über uns ein einzelner Busch, der uns am Abend willkommenen Schatten gespendet hatte. Nachdem wir wie üblich früh zu Bett gegangen waren, konnten wir diesmal immerhin um Mitternacht wahrnehmen, dass es in den nahen Ortschaften offensichtlich zum Einsatz von Feuerwerkskörpern kam. Zu sehen war davon allerdings nicht viel. Es scheint sich hauptsächlich um Knallkörper gehandelt zu haben.

Am Neujahrsmorgen folgten wir dann weiter der Küste bis Balanegra, wo wir uns auf die Suche nach einem Laden machten. Da Neujahr auch in Spanien ein Feiertag ist, hatten wir allerdings die Befürchtung, dass wir nicht allzuviel Erfolg haben würden. Doch der örtliche arabische Supermarkt hatte überraschenderweise offen und konnte uns mit allem was wir benötigten versorgen.

Bis zum Mittag folgten wir weiter der Küste bis Balerma (nicht zu verwechseln mit dem Ballermann – der ist auf Mallorca), wo aus wir vom Wanderweg auf die Straße in Richtung Almerimar wechselten. Auf diesem Abschnitt kamen wir sogar in den Genuss links von uns nicht nur Gewächshäuser sondern zur Abwechslung auch mal Landschaft zu haben. Vom Hügel links oberhalb der Straße grüßte uns eine alte Festungsanlage – ergänzt durch eine moderne Radaranlage zur Luftraumüberwachung. Die Straße schnitt die kleine Halbinsel mit dem Faro de Banos ab und führte uns durch Guardias Viejas wo uns zum ersten Mal in zwei Tagen Andalusien ein deutsches Wohnmobil begegnete. Aufgrund unserer Erfahrungen vom letzten Jahr hätten wir das eigentlich viel früher erwartet.

In Almerimar angekommen folgten wir erstmal der kilometerlangen Strandpromenade, wechselten dann aber später auf der Suche nach einem Supermarkt auf die Hauptstraße. Der Supermarkt hatte wie befürchtet geschlossen, aber ganz in der Nähe stießen wir auf einen chinesischen Minimarkt, in dem wir uns ausgiebig mit Eis, kalten Getränken, Wasser und Zutaten für unser Abendessen versorgten.

Noch vor Einbruch der Dämmerung ging es dann weiter in Richtung Naturpark Punta Entinas-Sabinar wo wir in einer Kuhle hinter einem dichten Strauchwerk die nächste sternklare Nacht verbrachten. Es fiel offensichtlich ziemlich fiel Tau in dieser Nacht so dass die Schlafsäcke und der Sand um uns herum am folgenden Morgen gut feucht waren. Der befürchtete Regen blieb aber aus.

Es folgte der anstrengendste Teil unserer Tour. Kilometerweit ging es durch den Sand bis wir endlich einen Zugang zu der weiter im Landesinneren verlaufenden Straße fanden. Jeder Schritt auf diesem Gelände wurde zur Qual. Und so war der uns zuvor eher unangenehme Anblick des ersten (mitten im Naturpark stehenden) Gewächshauses für diesmal eine große Freude. Endlich ordentlicher Untergrund.

Einige Straßenkilometer später erreichten wir Roquetas de Mar. Unterwegs hätte es zwar sogar Wegweiser des GR 92 gegeben, aber angesichts der Befürchtung von diesen wieder auf sandigen Untergrund geführt zu werden zogen wir die Landstraße vor. Selbst vom hässlichen Mar de Plastico, das sich zeitweise auf beiden Seiten der Straße erstreckte ließen wir uns von dieser Entscheidung nicht abbringen.

In Roquetas begann die übliche Suche nach einem Supermarkt, um unsere Wasservorräte zu ergänzen und Zutaten für ein Abendessen zu kaufen. Da heute kein Feiertag war, gestaltete sich das zum Glück nicht ganz so schwierig. Wir beschlossen hier an der Quelle von Eis, kalten Getränken und anderen Leckereien erstmal eine längere Rast einzulegen. Da weiter nach Osten keine geeigneten Biwakplätze zu erwarten waren drohte uns ja noch der Weg zurück Richtung Naturpark…

Im Laufe des Nachmittags kristallisierte sich allerdings heraus, dass niemand wirklich Lust hatte zurückzugehen und am nächsten Morgen wieder nach Roquetas zu kommen und so wurde entschieden, die Nacht in einem günstigen Hotel am Ort zu verbringen. Dank den Segnungen der modernen Technik hatten wir auch bald herausgefunden, dass es wenige hundert Meter von unserem Standort ein günstiges Apartementhotel gab, das sich ohne Probleme online buchen ließ. Dort genoßen wir ausgiebig die Dusche und die ordentliche Toilette und Christian zauberte in der kleinen Küche des Apartements noch ein leckeres Abendessen.

Unser letzter Tag führte uns fast durchgängig über die Strandpromenade von Roquetas in Richtung Aguadulce. Selbst im dazwischen liegenden Naturschutzgebiet waren die Wege für die vielen Touristen hervorragend ausgebaut. In Aguadulce selbst war es nur unsere Sandphobie, die uns dazu brachte kurzzeitig die Küste zu verlassen und der Hauptstraße zu folgen, bis wir kurz darauf auf die Promenade zurückkehren konnten.

Dort genossen wir direkt am Strand ein herrliches Mittagessen. Frische Tintenfischringe bzw. eine leckere Paella stärkten uns für die letzten Meter bis zur Bushaltestelle. Über Almería (inkl. Hotelübernachtung) ging es zurück nach Madrid. Dort übernachteten wir in einem von örtlichen Pfadfindern betriebenen Hostel. Nach 8 Tagen auf Fahrt kehrten wir zurück in die Heimat zu neuen Abenteuern. Aber von denen erzählen wir Euch an dieser Stelle nicht. Da müsst ihr uns schon persönlich fragen…


„Pictures from our tour in Almeria Province, Andalusia, Spain“

From Spain 2015. Posted by Stefan Fani Fischer on 1/06/2016 (62 items)

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