Nicaragua 2015

Bereits 2013 hatte ich in El Salvador nicaraguanische Exploradores del Rey kennengelernt. Im Rahmen meines El Salvador-Besuchs im April traf ich auch einige von diesen Rangers wieder. Sie erzählten mir, dass es auch bei ihnen 2015 ein nationales Camp geben würde, zu dem ich gerne kommen solle.

Da es mir urlaubstechnisch tatsächlich möglich war, die mir genannte Woche frei zu machen, reifte im Laufe des Jahres der Entschluss, das Angebot tatsächlich wahrzunehmen und im Herbst ein weiteres Mal nach Lateinamerika zu reisen.

In Managua angekommen wurde ich auch gleich von einigen bekannten Gesichtern in Empfang genommen. Bereits am nächsten Morgen ging es los. Zunächst mussten wir eine weitere deutsche Campteilnehmerin am „Busbahnhof“ einsammeln, was sich aufgrund des Durcheinanders und der recht ungenauen Ortsbeschreibung als nicht ganz einfach erwies. Anschließend ging es zur Gemeinde zu der unsere Gastgeber gehören wo wir auf den Bus zum Camp warteten.

Die Busfahrt war ein Abenteuer für sich, denn die lokalen Busse sind alt, bunt, laut und vor allem eines: nicht für Menschen mit mitteleuropäischen Maßen gebaut. Der Sitzabstand ist so eng, dass ich mich schräg in die Reihe setzen musste um überhaupt Platz nehmen zu können. Angesichts von Plastikhartschalensitzen auf Dauer nicht wirklich bequem…

Auf dem Campplatz erwarteten uns einige bereits früher angereiste Rangers, die schon kräftig am Aufbauen waren. Der Campplatz des Stammes sollte in From von zwei Schiffen gestaltet werden, in der Hoffnung damit Eindruck bei der Bewertung des Stammes zu machen. Nach viel Improvisation und einigem Durcheinander standen bis zur Schlafenszeit tatsächlich die allermeisten der geplanten Bauwerke aus Bambus.

Am nächsten Tag wurden die Kinder in Altersgruppen und anschließen stammesübergreifend in Teams eingeteilt, in denen sie am Tagesprogramm ihrer jeweiligen Altersstufe teilnahmen, was offensichtlich zum Teil ein ausgiebiges Schlammbad mit einschloss. Es gab aber je nach Altersstufe auch Seilbrücken zu überwinden, eine Pinata zu knacken u.v.m.

Zum Ratslagerfeuer am Abend wanderten wir mit Fackeln und viel Lärm auf einen nahen Hügel, auf dem eine schön gemachte Finca die Kulisse für verschiedene Singspiele, Lobpreis und die anschließende Andacht des Nationalleiters der Exploradores del Rey bot.

Den dritten und letzten Camptag nutzten wir um unserer uns internationalen Gästen (sprich uns zwei Deutschen) zugedachten Aufgabe nachzukommen und die Campbereiche der einzelnen Stämme zu bewerten. Da die Stämme mit sehr unterschiedlichen Teilnehmerzahlen, Erfahrungen und Mitteln zum Camp angereist waren, war dies keine leichte Aufgabe. Es kristallisierte sich im Endeffekt ein Zweikampf zwischen unseren Gastgebern und einem anderen Stamm heraus, den wir – zur großen Enttäuschung unserer Gastgeber – knapp, unserer Ansicht nach aber doch verdient für den anderen Stamm entschieden.

So gab es zum Ende des Camps noch viele Tränen und die Stimmung war leider etwas gedrückt. Auf der Rückfahrt zur Gemeinde im Bus war das meiste davon allerdings schon verflogen. Und das nächste Camp kommt bald…


„Pictures from my time at Nicaragua’s National Camporama „Heroes Misioneros““

From Camporama Nacional Nicaragua 2015. Posted by Stefan Fani Fischer on 11/27/2015 (85 items)

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